4/03/2016

Lee Miller im Martin-Gropius-Bau Berlin - 2016



Guten Abend


Derzeit gibt es im Martin-Gropius-Bau, neben Felsmalereien und Günter Brus, die fantastischen Arbeiten von Lee Miller zu sehen.

Und Lee Miller hat es mir wirklich angetan.

Die US-amerikanische Fotografin des 20.Jahrhunderts arbeitete nämlich in unterschiedlichsten Genres der Fotografie. Surrealismus, Mode-, Portrait-, Reise- und Kriegsfotografie treffen also in dieser einen Ausstellung aufeinander und ergeben ein beeindruckendes Bild der Künstlerin.

Selbstbildnis von 1939
Zu Beginn: ihre surrealistischen Arbeiten, bei denen sie beispielsweise mit Bildausschnitten spielt und mithilfe von Verfremdung der Bilder durch starke Überbelichtung (sog. Solarisation) interessante Effekte erzielt. Etwa zeitgleich posiert sie sogar selbst als Model für die Vogue, unter anderem fotografiert von dem Künstler Man Ray, mit dem sie oft intensiv zusammenarbeitete und zudem kurzzeitig liiert war. 



Lee Miller, portraitiert von Man Ray
(Solarisation)
Model wearing Digby Morton Suit, shot through arch revealing Blitz bomb damage, by Lee Miller
Modefotografie im zerbombten London, 1940

Lee Miller, Dachau, 1945: Ein toter SS-Mann treibt im Kanal
toter SS-Mann, der im Kanal treibt, 1945
Two German women sitting on a park bench surrounded by destroyed buildings, Cologne, Germany 1945 by Lee Miller
 zwei deutsche Frauen in den Ruinen Kölns, 1945

Während ihrer zahlreichen Reisen hielt Miller Landschaften, Personen, Architektur und vieles mehr fotografisch fest, bis sie sich mit ca. 30 Jahren in England niederließ. Von da an arbeitete sie als Fotojournalisten für die britische Vogue und fotografierte zunehmend kritische Themen/Umstände. So zum Beispiel gesellschaftliche Missstände und die unvorstellbaren Folgen des zweiten Weltkriegs.

Doch diese Arbeiten stellten auch das Ende ihrer Karriere als Fotografin dar. Vermutlich krank von all den erschreckenden Eindrücken, die sie in ihrer Zeit als Kriegskorrespondentin machen musste, legte sie schließlich die Kamera nieder und schloss ihr gesamtes fotografisches Werk auf einem Dachboden weg, leugnete sogar dessen Existenz.
Dass wir heute ihre Arbeiten trotzdem genießen können und einen ungefähren Eindruck ihrer Biografie haben, verdanken wir ihrem Sohn Antony Penrose, der ihren Nachlass fand und veröffentlichte.


Die berühmte kühne Halslinie ist eine Gemeinschaftsarbeit von Man Ray and Lee Miller. Er warf das Foto weg, die Porträtierte fischte es aus dem Müll und erschuf daraus eine eigene Arbeit.
Gemeinschaftsarbeit von Man Ray und Lee Miller 
Was soll ich sagen.
Lee Millers Arbeiten haben mich wirklich gefesselt. In diesen rund 100 ausgewählten Arbeiten spiegelt sich ein unglaubliches Leben wider, dass von Wandel nur so strotzt. Von fantasiereichen über erotische, glamouröse, bis hin zu erschreckend leidvollen Fotografien - Lee Miller fotografierte  auf eine mir neue und bewundernswerte Art und Weise, die Worte kaum beschreiben können.



Deshalb seht Euch Lee Miller einfach selbst an.



- M

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